Sláinte

Und dann stirbt plötzlich jemand. Kein Familienmitglied. Kein bester Freund. Jemand, der kurz und prägnant in mein Leben trat. Immer rücksichtsvoll, generös, ruhig – ein vollkommener Mensch. Jemand, der "es geschafft" hat. Der im Leben steht. Der offenherzig, gutmütig ist. Der sich bedingungslos freundlich verhält. Der gönnt, der Verständnis hat, der gibt, der einfach macht. Der Pläne hat, den ich bewundere, beneide, beglückwünsche für seinen Lebensweg.

Und dann? Stauende, LKW, Auffahrunfall. Das war's.

Wie egal alles ist, auf einmal. Wie ich darüber lachen muss, was ich heute Nachmittag noch wichtig fand. Worüber ich mich aufregen konnte. Wem ich welche Nichtigkeit übel nahm. Dass der blöde Regen ausgerechnet kam, als ich auf dem Rad saß.

Wie sehr ich merke, dass ich wichtigen Menschen viel häufiger sagen muss, wie großartig ich sie finde. Dass ich sie liebe. Dass sie mir wichtig sind und auf sich aufpassen sollen. Wie viele dieser Menschen ich viel zu selten sehe. Wie viel ich zurückhalte, wie sparsam ich mit Gefühlen umgehe, um bloß keinen "falschen" Eindruck zu hinterlassen. Wie selten ich weine, weil das ja komisch rüberkommen könnte. Wie ich "ihr" nicht sage, wie ich fühle, weil ich Angst habe. Vor so vielem. Vor allem: Vor'm Leben.

Und dann merke ich, wie bescheuert das alles ist. Das Theater. Das Verstellen. Das gut da stehen. Das nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Die Angst davor, zu leben.

Wie dankbar ich Helge bin. Dass er da war. Dass er diese Gedanken in mir ausgelöst hat. Das kann ich ihm leider erst später sagen. In der anderen Whiskeybar. Lass ein wenig Angel's Share übrig, ja?

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Gotham

Huch, das wird eine gute Show!

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Sycamore.

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Tennis Court.

Awesome remix.

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The photo everybody knows.

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